Vielleicht interessiert Euch ja der Erfahrungsbericht unseres Stellvertretenden Vorsitzenden Julian, der einen Monat in Brüssel am Europäischen Parlament verbracht hat.
Brüssel sehen, Brüssel
leben
Es gibt 751
Parlamentarier, davon 96 Deutsche, davon 34 von der CDU/CSU und genau
einer kommt aus Sachsen-Anhalt. Die Möglichkeit an dessen Arbeit
teil zu haben ist demnach also eine einmalige Chance und so bin ich
mehr als glücklich, diese Chance von Sven Schulze bekommen zu haben.
So durfte ich ihm und seinen zwei Brüsseler Assistenten, Anna Schlag
und Florian Böger, im März 2015 einen Monat lang als Praktikant zur
Seite stehen und so einen tiefen Einblick in den europäischen
Parlamentarismus, und damit auch in die europäische Gesetzgebung,
erhalten.
Der Alltag im
Europäischen Parament
Am Anfang ist das
Europäische Parlament in jeder Hinsicht überwältigend. Gleich
hinter der Sicherheitskontrolle, die etwas an einen Flughafen
erinnert, herrscht ein wildes, jedoch geplantes Durcheinander.
Hunderte von Abgeordneten, Assistenten, Angestellten, Praktikanten,
Gästen und Journalisten tummeln sich in den Fluren und Gängen des
Europäischen Parlaments, welches Neuankömmlinge mit seinen vielen
Etagen und Abzweigungen überrumpelt. So war es erst einmal wichtig,
sich zurechtzufinden und die Wege zu den wichtigsten Orten, wie Büro,
Sitzungssäle, Kantine, und Poststelle kennen zu lernen.
Schnell habe ich gemerkt,
dass die Tage im Alltag eines Abgeordneten manchmal sehr eng
terminiert sind, sodass es manchmal hektisch wird. Vom Parlament in
die Landesvertretung des Landes Sachsen-Anhalt, zu einer
Veranstaltung mit einer Magdeburger Schule und danach wieder zurück
zur nächsten Sitzung der deutschen CDU/CSU Gruppe - das war normal.
Das Klischee, dass Abgeordnete den ganzen Tag nichts tun würden,
wirkt somit, so kann ich das nach einem Monat in dem ich an dieser
Arbeit teilhaben durfte sagen, wie blanker Hohn in Relation zu dem
Stress und der Arbeit, die ein jeder Abgeordneter mit vollem Einsatz
leistet.
Die Arbeit eines
Praktikanten ist dagegen natürlich deutlich stressfreier. So besteht
diese hauptsächlich in administrativer Büroarbeit, vom Briefe
schreiben, bis hin zu Telefonaten, aber auch im Begleiten des
Abgeordneten und seiner Assistenten in Ausschüsse und
Fraktionssitzungen. Die Büros in Brüssel, sowie das in
Sachsen-Anhalt, welches von Holger Wegener geführt wird, sind ein
Team. Und auch als Praktikant merkte man jederzeit, dass man Teil
dieses Teams um Sven Schulze ist und so fiel es leicht, sich für
dieses Team einzusetzen und den anderen dabei zu helfen die
tagtäglich anfallende Arbeit für den gemeinsamen Erfolg zu
erledigen.
Neben dem Ausschuss für
Beschäftigung verfolgte ich auch andere Veranstaltungen des
Europäischen Parlaments, z.B. über TTIP oder den demographischen
Wandel in Europa. So war eines meiner persönlichen Highlights der
Besuch von Mario Draghi (Präsident der Europäischen Zentralbank) im
ECON-Ausschuss (Ausschuss für Wirtschaft), in welchem er zur
aktuellen EZB-Politik befragt wurde. Das Parlament und dessen Umfeld
ermöglicht viel und so war es eine sehr beeindruckende Zeit.
Brüssel bietet viel
Allerdings bietet Brüssel
auch sonst sehr viel. Neben dem wöchentlichen "Feierabend-Bier"
donnerstagabends am „Place Lux“, welcher direkt an das Parlament
grenzt, gibt es an nahezu jedem anderen Wochentag seitens der
verschiedenen Landesvertretungen, Stiftungen und Lobbyvereinigungen
verschiedenste Veranstaltungen bezüglich den unterschiedlichsten
Themen. So gab es die Möglichkeit unter anderem Debatten über die
Ukraine-Krise, über die wirtschaftliche Entwicklung Europas zu
verfolgen; und diese stets mit prominenter Besetzung. Und am
Wochenende? Neben mehreren Bars und Diskotheken lädt Brüssel vor
allem zum Sightseeing ein. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch
des Atomiums oder eine Rundtour in der historischen Innenstadt
inklusive des Manneken Pis, einer weltbekannten Brunnenfigur, und dem
Brüsseler Ratshaus. Brüssel trumpft mit einem vielfältigen Angebot
an Kultur, Geschichte und Kunst. Ein Angebot, das wahrgenommen werden
will.
Fazit
Es gibt Arbeit, bei der
man stündlich, oder sogar noch öfters auf die Uhr schaut, doch das
war hier nie der Fall. Es war mir stets eine große Freude, dieses
Praktikum zu machen und Teil des "Team Schulze" sein zu
dürfen. Das Praktikum gab mir die Möglichkeit neue Fertigkeiten zu
erwerben und mich weiter zu entwickeln. Zudem konnte ich die Zeit im
und neben dem Praktikum exzellent dazu nutzen, mein Wissen um Europa,
die Europäische Union und dazugehörige Themen enorm zu vergrößern.
Ich wünsche dem gesamten
Büro um Sven alles Gute und bedanke mich für die großartige Zeit!
Julian Rosenberger

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